Dacos Retail Intelligence Blog

Hier diskutieren Experten aktuelle Trends zur Optimierung von Sortimenten, Preisen und Promotionen sowie die Zukunft von Retail und Business Intelligence

Lebensmittelpreise sind marktgerecht

Montag 22. Februar 2010 von Sandra Nozar

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Die Preise im deutschen Lebensmitteleinzelhandel sind marktgerecht. Das gilt auch für Obst und Gemüse”, erklärte in Berlin Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), anlässlich der Messe Fruit Logistica.

Genth weiter: “Veränderungen wie gestiegene Einkaufspreise oder auch niedrigere Rohstoff- und Energiepreise werden an die Kunden weitergegeben. Dies ist ein Zeichen für einen funktionierenden Wettbewerb zum Nutzen der Verbraucher.” So hätten sich die Einzelhandelspreise 2009 mit minus 0,1 Prozent deutlich unter dem Niveau des Vorjahres bewegt. Die Preise für Lebensmittel seien im Schnitt um 1,2 Prozent gesunken. Das habe die deutlichen Preissteigerungen des Jahres 2008 korrigiert. Es gebe keine generelle Nachfragemacht des Lebensmittelhandels, stellte Genth fest. Dies belege auch eine aktuelle Studie des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln. Handel und Hersteller würden sich gleichgewichtig gegenüber stehen.

“Der Einzelhandel steht zu seinen heimischen Produzenten. Wer jedoch die Produktion in Deutschland halten möchte, muss die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft stärken”, machte Genth deutlich.

Der Handel erfülle mit einem breiten Angebot an deutschen Produkten in allen Preis- und Qualitätsstufen die Erwartungen der Kunden. Immer mehr regionale Produkte würden sich in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels finden. Außerdem würden etwa 60 Prozent der Bioprodukte über den klassischen Lebensmitteleinzelhandel abgesetzt.

http://suedbaden.business-on.de/lebensmittelpreise-lebensmitteleinzelhandel-fruit-logistica-_id9081.html

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Einkaufen auf dem platten Land

Mittwoch 3. Februar 2010 von Sandra Nozar

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Unter dem Titel „Selbst ist der Kunde“ hat „Die Welt“ vergangene Woche ein interessantes Thema aufgegriffen. Das Aussterben der Tante-Emma-Läden. Geschuldet ist diese Entwicklung dem anhaltenden Konzentrationsprozess im deutschen Einzelhandel und dem Trend zu immer größeren Verkaufsflächen. Gab es 1920 noch 125.000 Tante-Emma-Läden, sank ihre Zahl 10 Jahre später auf 70.000. 2007 waren es nicht mal mehr 25.000. Diese Entwicklung bekam „das platte Land“ besonders stark zu spüren.

(c) Phillie Casablanca

Das niedersächsische Otersen, ein 520-Einwohner-Dorf am Rande der Lüneburger Heide, hatte mit diesem Phänomen und der anhaltenden Landflucht zu kämpfen. Mitte der 90er-Jahre zählte die Gemeinde nur noch 400 Einwohner. Otersen war “auf dem Weg zum sterbenden Dorf”, erinnert sich Günter Lühning, Vorsitzender des Heimatvereins. “Dann haben wir aufgehört, unser Schicksal zu beklagen, und das Heft selbst in die Hand genommen.“ Die Dorfbewohner übernahmen im Jahr 2000 den letzten verbliebenen Laden.

Dabei ist der Dorfladen kein normales Geschäft, sondern „eine Art Selbsthilfeeinrichtung verzweifelter Käufer“ − Kunden, die ihren täglichen Einkauf erledigen, sind gleichzeitig die Eigentümer. Insgesamt 29 Eigentümer bzw. Aktionäre gibt es. Doch die Anteile mit einem Nennwert von 250 Euro sind als Kapitalanlage weniger interessant, eine Ausschüttung der Dividenden findet nicht statt. Dazu Lühning, Dorfladengründer und Beirat: “Aber es gibt eine immaterielle Rendite: Lebensqualität.”

Ein Dorf greift zur Selbsthilfe

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ab 6.30 Uhr gibt es wochentags auf 150 Quadratmetern frische Brötchen, Obst- und Gemüse, Molkereiprodukte, Fleischwaren, ein kleines Non-Food-Sortiment und nicht verderbliche Ware. Der Laden ist mit einem Getränke-Shop mit Leergutannahme und einer Registrierkasse mit Laufband ausgestattet. Im Laden werden nicht nur die Einkäufe des täglichen Bedarfs erledigt, die Dorfbewohner können auch Überweisungsträger einwerfen oder Geldbeträge abheben. Der Laden dient außerdem als Zeitungskiosk, Blumenladen, Paketshop und Annahmestelle eines Apothekendienstes.

Und das Geschäft übernimmt noch eine weitere wesentliche Funktion: Die des kommunikativen Zentrums. Die Dorfbewohner können ihren Einkauf mit einem kleinen Plausch verbinden. Das kann der nächstgelegene Discounter in der 15 Kilometer entfernten Kreisstadt nicht leisten. Gerade ältere Dorfbewohner profitieren davon: Sie haben eine gut zu erreichende Einkaufsmöglichkeit und eine Möglichkeit zum Reden. Vor allem dem demografischen Wandel ist es geschuldet, dass die Bedeutung dafür in den nächsten Jahrzehnten zunehmen wird. “Aufgrund der alternden Bevölkerung geht in den Städten der Trend allmählich wieder zu kleineren, wohnortnahen Verkaufsangeboten”, so Nicolaus Sondermann vom Institut für Handelsforschung der Universität Köln.

Mal läuft es besser, mal schlechter

Ein Dorfladen ist betriebswirtschaftlich gesehen eine Gratwanderung. Das ist auch der Grund, warum Supermarktketten sich nicht auf das Abenteuer einlassen. Bei den Preisen müssen die Dorfläden mit den Großen mithalten, damit sich der Normalbürger den Einkauf leisten kann. Und die Mitarbeiter, auch wenn einige ehrenamtlich tätig sind, müssen bezahlt werden. Drei Teilzeitkräfte und ein Azubi sind aktuell beschäftigt.

Der „Dörpsladen“ in Otersen erzielte letztes Jahr einen Umsatz von 292.000 Euro und ein Plus von neun Prozent. Der Profit ist dennoch gering. Verläuft das Jahr gut, machen die Eigentümer ein Plus von zwei- bis dreitausend Euro, die als Rücklagen für kleinere Investitionen genutzt werden. In einem schlechten Jahr kann es dagegen passieren, dass sie wieder in die Verlustzone geraten.

Ein Projekt macht Schule

Das Pionierprojekt hat sich schnell herumgesprochen und inzwischen in ganz Deutschland Anhänger und Nachahmer gefunden. So soll es inzwischen etwa hundert Projekte dieser Art geben. Otersen erhält auch immer wieder Anfragen von anderen Dorfgemeinschaften. Man ließ sogar ein 220 Seiten dickes Handbuch drucken, um die wichtigsten Erfahrungen und Fehler zu dokumentieren. Das Fazit der Gründer: “Guter Wille allein reicht nicht. So ein Laden muss sauber durchkalkuliert und laufend kontrolliert werden.”

Nachzulesen unter http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article5960025/Selbst-ist-der-Kunde.html

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Douglas dank Angebotsbreite auf Wachstumskurs / Discounter stossen hingegen an Wachstumsgrenzen

Donnerstag 13. August 2009 von Sandra Nozar

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Der Handelskonzern profitiert weiter davon, dass das Unternehmen so breit aufgestellt ist: Douglas hat trotz der Konsumflaute in wichtigen europäischen Märkten den Umsatz gesteigert. Das Ergebnis fiel besser aus, als Analysten erwartet hatten. Dies berichtet das Handelsblatt in seiner Online-Ausgabe.

Der Handelskonzern Douglas trifft trotz der Wirtschaftskrise mit seinem Angebot aus Parfüm (Douglas), Schmuck (Christ), Süßwaren (Hussel) und Büchern (Thalia)  den Nerv der Verbraucher. „Wir haben uns vor allem in Deutschland auch im dritten Quartal gut behaupten können“, sagte Douglas-Chef Henning Kreke am Dienstag.

Vor allem am Heimatmarkt legte Douglas zu, um 5,6 Prozent, während der deutsche Einzelhandel insgesamt das schlechteste erste Halbjahr seit 2002 verbuchte. Im Ausland hielt Douglas die Erlöse stabil und steigerte sie durch Neueröffnungen um 3,7 Prozent. Vor allem in Polen, Russland und der Türkei seien die Umsätze überdurchschnittlich gut gewesen.

Die beiden größten deutschen Discounter scheinen hingegen an ihre Wachstumsgrenzen zu stoßen. Ihre Umsätze sind  laut Marktforschern im ersten Halbjahr 2009 stärker gesunken als bei konventionellen Supermärkten.

So sind laut SPIEGEL nach Berechnungen der Marktforschungsgesellschaft GfK, die monatlich die Einkaufsbons von 30.000 Konsumenten auswertet, die Umsätze bei Aldi im ersten Halbjahr 2009 um 4,1 Prozent gesunken. Das Minus war damit noch stärker als der durch Preissenkungen verursachte Schwund. uch beim Erzkonkurrenten Lidl läuft das Geschäft nicht wie gewohnt. Laut GfK schrumpften die Umsätze im ersten Halbjahr um 0,7 Prozent – und damit stärker als bei den traditionellen Supermärkten.

Diese beiden Meldungen bestätigen einen Trend, den Dacos in seiner Umfrage zur Preisgestaltung festgestellt hat: die Preissensitivität der deutschen Verbraucher stagniert auf einem hohen Niveau. Billigpreise sind kein Garant mehr für eine weitere Steigerung von Kundenfrequenz oder Umsatz. Die Einkaufsgewohnheiten der deutschen Konsumenten bleiben in der Krise stabil.

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US National Retail Federation: Umsatzeinbruch auch bei Schulutensilien

Mittwoch 15. Juli 2009 von Sandra Nozar

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Eine aktuelle Studie der National Retail Federation prognostiziert ein sehr zurückhaltendes Kaufverhalten amerikanischer Familien, was den Einkauf von Schulmaterialien für Ihre Kinder anbelangt. Damit brechen die Umsätze beim zweitgrößten Geschäft für den Handel (nach Weihnachten) stark ein.

Gekauft wird nur:

  • was unbedingt nötig,
  • was ein Schnäppchen oder vergünstigt über Coupons erhältlich
  • oder ohnehin Billigware ist.

Photo by: david.nikonvscanon

85 % der Amerikaner ändern in diesem Krisenjahr ihr Kaufverhalten hinsichtlich der Schulmaterialien. Die National Retail Federation erwartet 7,7 % Rückgang der Ausgaben.

“To save money, back-to-school shoppers plan to hunt for sales more often (56.2%), spend less overall (49.6%), purchase more store-brand or generic products (41.7%) and increase their use of coupons (40%).” Quelle:  LA Times

Handelsketten reagieren auf diesen Trend mit maßgeschneiderten Marketing-Maßnahmen, einschließlich diverser Web 2.0 Anwendungen. Der Shopping-Gigant JC Penney lancierte z.B. eine Back-to-School-Kampagne, die Social Media integriert und direkt auf die Zielgruppe “Teenies” fokussiert. JCPenney ist zum Beispiel auf Youtube und Facebook aktiv.

Werden die Auswirkungen der Weltfinanzkrise auch in Europa bis auf die Versorgung der Kinder mit Schulmaterialien durchschlagen? Händler sind jedenfalls gut beraten, wenn sie solche Trends frühzeitig erkennen und wirksam gegensteuern. Dazu ist es unerlässlich, dass Handelsunternehmen ihren immens großen Bestand an Daten, einschließlich der Kassenbondaten,  im Griff haben. Dies bedeutet in der Praxis: überblicken, auswerten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Bei dieser komplexen Aufgabe helfen ausgefeilte Beratungskonzepte und Software, um die Sortimente rechtzeitig auf das geänderte Kundenverhalten anzupassen.

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