Dacos Retail Intelligence Blog

Hier diskutieren Experten aktuelle Trends zur Optimierung von Sortimenten, Preisen und Promotionen sowie die Zukunft von Retail und Business Intelligence

Aldi Süd reagiert auf GFK-Studie und betont Wachstum in 2010

Donnerstag 15. Juli 2010 von Sandra Nozar


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Der Discounter Aldi Süd ist auf dem hart umkämpften Heimatmarkt in diesem Jahr gewachsen. “Wir haben eine positive Umsatzentwicklung 2010 und sind damit zufrieden”, sagte eine Sprecherin. Sie reagierte damit auf eine Studie der GfK-Marktforscher. Nach deren Einschätzung hat Aldi im ersten Quartal 2010 in Deutschland drei Prozent weniger Umsatz erzielt. Allerdings ist das eine Schätzung für die Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd zusammengenommen. Die GfK-Daten für 2009 kommentierte Aldi Süd dagegen nicht. Nach Schätzung der Nürnberger Marktforscher ging der Umsatz von Aldi Nord/ Aldi Süd 2009 in Deutschland um 4,4 Prozent und der Marktanteil um 0,6 Punkte auf 18,4 Prozent zurück.

Quelle: Welt Online

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Einzelhandel: Starke Preisschwankungen bei Lebensmitteln

Mittwoch 14. Juli 2010 von Sandra Nozar


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Viele Verbraucher werden es zwar anders wahrnehmen. Aber die Discounter und Supermärkte haben im vergangenen Jahr nicht nur die Produkte verbilligt, sondern auch oft die Preise erhöht.

In 113 von 275 untersuchten Warengruppen des täglichen Bedarfs wurden Preisrückgänge festgestellt, wie eine am Montag veröffentlichte Gemeinschaftsstudie von der GfK und SAP ergab. Dagegen zogen in 161 Warengruppen die Preise an. Lediglich bei einer der untersuchten Warengruppe blieben die Durchschnittspreise unverändert. Der stärkste Preisrückgang – fast 20 Prozent – wurde bei Milch verzeichnet. Honig wurde um mehr als 20 Prozent teurer, weil das Angebot wegen einer Bienenkrankheit knapp war.

Supermärkte haben der Studie zufolge viel mehr Spielräume für Preiserhöhungen als gedacht. „Nur wenige Warengruppen im deutschen Lebensmittelhandel unterliegen einem echten Preiskampf“, hieß es. Nur bei 40 Prozent der untersuchten Produktarten des täglichen Bedarfs gebe es kaum Möglichkeiten, die Preise hochzusetzen. „Bei mehr als 230 Warengruppen akzeptieren Verbraucher sogar überdurchschnittliche Preise, wenn Sortiment, Produktleistung und Service stimmen.“

Wenig Möglichkeiten haben die Händler bei Produkten, die sehr regelmäßig gekauft werden – wie Kaffee, Schokolade, Butter, Joghurt oder Säfte. Hier werden schon leichte Preiserhöhungen schnell erkannt und können umfangreiche Absatzrückgänge nach sich ziehen. Mit abnehmender Preiswahrnehmung steigt das Potenzial, die traditionell dünne Marge im Einzelhandel aufzubessern. Produkte wie Reinigungsmittel, Gewürze, Süßstoff oder Waren zur Möbelpflege werden seltener oder nur zu einem bestimmten Anlass gekauft. Die Verbraucher kennen deswegen die Summen weniger genau, was Preiserhöhungen erleichtere. Zudem seien vor allem gut verdienende und ältere Kunden bereit, mehr zu zahlen, wenn die Qualität und Auswahl stimme oder der Laden bequem zu erreichen sei, hieß es.

Quelle: Focus Online

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Amazon verkauft Lebensmittel im Internet – Otto zieht nach

Dienstag 13. Juli 2010 von Sandra Nozar


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Wie der Tagesspiegel berichtet, verkauft der Online-Händler Amazon jetzt Lebensmittel im Netz–Konkurrent Otto könnte bald folgen. Ein möglicher Partner könnte der Lebensmitteleinzelhändler Kaiser’s werden.

(c) Tamara Burross

Nie wieder Einkaufstüten und Wasserflaschen schleppen, weil der Einkauf nach Hause geliefert wird – das macht der Online-Einzelhändler Amazon jetzt deutschlandweit möglich. Seit kurzem bietet die Handelsplattform, die sonst eher für Bücher, Elektronik, CDs, Spielzeug oder Küchengeräte bekannt ist, auch Lebensmittel an. 47 000 Produkte, darunter auch Verderbliches wie Gemüse, Fleisch oder Fisch, stehen im Netz zur Auswahl und werden per Post ins Haus geliefert. Auch andere Online- Händler wie der Hamburger Otto-Konzern zeigen Interesse an einem solchen Angebot. Bisher war die Vermarktung von Lebensmitteln im Internet in Deutschland nur lokal erfolgreich. Nun könnte das Geschäft auch bundesweit in Schwung kommen.

Amazon verkauft die meisten Lebensmittel nicht selbst, sondern dient eher als Plattform für rund 60 Partner-Unternehmen, die auf der Seite ihre Produkte anbieten. Amazon Deutschland selbst verkauft nur nicht verderbliche Lebensmittel. Der Kunde kann sich auf der Seite auch nur die Auswahl einzelner Anbieter anzeigen lassen, oder Kategorien wie glutenfreie Produkte, Biowaren, vegane oder gentechnikfreie Lebensmittel wählen.

In den USA bietet Amazon schon seit 2006 Lebensmittel im Netz an, in Japan seit Oktober 2008. Ende Juni startete der Händler das Angebot in China, vergangenen Mittwoch in England. Zum Erfolg mit dem Online-Lebensmittelhandel wollte Amazon jedoch keine Angaben machen.

In Deutschland bestellen laut „Lebensmittelzeitung“ rund 33 Millionen Menschen jährlich für 15,5 Milliarden Euro Waren im Internet, doch dabei spielt der Verkauf von Lebensmitteln kaum eine Rolle. Der online erzielte Umsatzanteil erreicht an dem 150 Milliarden Euro großen Lebensmittel-Markt nur 0,5 Prozent und beschränkt sich im Wesentlichen auf Spezialitäten und Delikatessen.

Die Vermarktung von Lebensmitteln über das Internet gilt als schwierig. Der Versand ist kompliziert, die Reklamation ebenfalls. Auch wenn die Produkte bei Amazon genauso teuer wären wie im Supermarkt, kann der Versand den Online- Einkauf kostspielig machen. Amazon-Produkte werden nach den auch sonst bei dem Onlinehändler üblichen Versandbedingungen verschickt, die Partnerunternehmen aber versenden ihre Waren selbst und entscheiden auch über die Kosten. Das kann den Versand so teuer machen wie das Produkt selbst.

Verbraucherschützer sehen das neue Angebot von Amazon kritisch. „Es gibt zu wenig Informationen über die Produkte bei Amazon und zudem gibt es beim Internethandel keine Lebensmittelkontrollen“, sagt Janina Löbel, Ernährungsreferentin beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. In diesem Bereich gebe es keine gesetzlichen Regelungen. Die Verbraucherschützerin empfiehlt, wenn möglich Lieferangebote in der Region zu nutzen. „Viele kleine Supermärkte und Bio-Läden beliefern auch ihre Kunden, und das ist im Zweifel günstiger und frischer als bei Amazon“, sagt Löbel.

Der Erfolg mit dem neuen Angebot ist Amazon keinesfalls garantiert. Zu Zeiten der Dot-Com-Ära um das Jahr 2000 waren eine ganze Reihe von Online-Lebensmittelläden an den Start gegangen. Die meisten Projekte blieben nicht lange am Markt. Auch der Hamburger Otto-Konzern hatte den Verkauf von Lebensmitteln über das Internet vor einigen Jahren schon ausprobiert und war damit gescheitert. Nun könnte das Unternehmen einen neuen Anlauf wagen. „Wir denken über einen Wiedereinstieg in den deutschen Online-Markt für Lebensmittel nach“, sagte Otto-Sprecherin Verena Fink. Man sei noch in der Phase der Marktsondierung und spreche mit potenziellen Partnern. „Voraussetzung für den Erfolg ist ein leistungsstarker national aufgestellter Partner aus dem Lebensmittel-Einzelhandel sowie eine zentrale Lagerlogistik“, sagte Fink.

Dieser Partner zu sein, könnte sich der Lebensmitteleinzelhändler Kaiser’s vorstellen. Kaiser’s ist einer der wenigen in der Branche, der einen Bestellservice bietet und das gesamte Lebensmittelsortiment nach Hause liefert, allerdings nur in München und Berlin. „Wir könnten uns vorstellen, möglicherweise mit Otto zusammenzugehen“, sagte Tobias Tuchlenski, Geschäftsführer von Kaiser’s Berlin dem Tagesspiegel. Noch habe es keine Anfrage gegeben. „Wir sind aber gesprächsbereit“, sagte Tuchlenski.

Rund 30 Prozent der Kunden, die den Lieferservice von Kaiser’s nutzen, bestellen die Produkte im Internet, der Rest ordert per Fax oder Telefon. „Besonders ältere Menschen bestellen lieber per Telefon“, sagt Tuchlenski. Im Unterschied zu Amazon versendet Kaiser’s die Waren nicht per Paket, sondern liefert sie. Eine Konkurrenz zum eigenen Angebot sieht Tuchlenski in Amazon nicht: „Wir sind deutlich besser, wir bieten mehr Frische, Qualität und Fachkompetenz.“ Kaiser’s sei der einzige Supermarkt, der im Internet das volle Sortiment anbiete und derzeit der einzige, der damit gut verdiene.

Zwar bietet auch der Einzelhändler Edeka seit fast zehn Jahren deutschlandweit Lebensmittel im Internet an. Im Unterschied zu Amazon und Kaiser’s werden aber keine frischen und kühlpflichtigen Produkte verschickt. Die Absicht sei, Erfahrungen im E-Commerce zu sammeln, erklärt Christhard Deutscher, Sprecher von Edeka Südwest. „Mit der Resonanz sind wir zufrieden, der Shop trägt sich.“

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BVH: 60 Prozent des Versandhandels werden online erwirtschaftet

Montag 12. Juli 2010 von Sandra Nozar


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Die Kaufbereitschaft der Deutschen im Internet steigt 2010 weiter deutlich an. Aktuellen Zahlen des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (BVH) zufolge werden mittlerweile 17,8 Milliarden Euro der Versandhandelsumsätze online generiert. Und immer mehr mobil.

Auf Basis der repräsentativen Verbraucherstudie ‘Distanzhandel in Deutschland 2010′ von TNS Infratest rechnet der BVH für das laufende Jahr mit einem Gesamtumsatz des Versandhandels von 29,9 Milliarden Euro, was einem Plus von 2,7 Prozent entspricht.
Der Prognose nach wächst der Anteil des Versandhandels am gesamten Einzelhandel damit auf 7,6 Prozent (2009: 7,4 Prozent). Der Online-Handel mit Waren legt um 15 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro zu, was einem Plus von 2,3 Milliarden gegenüber 2009 entspricht. Damit erwirtschaftet die Branche inzwischen 59,5 Prozent ihres Warenumsatzes im Internet. 2009 belief sich dieser Anteil noch auf 53,3 Prozent.
Insgesamt werden die Deutschen bei konstantem Konsumverhalten in diesem Jahr 24,3 Milliarden Euro und damit zwölf Prozent mehr im Internet ausgeben als im Jahr 2009. Davon entfallen 17,8 Milliarden Euro auf den Online-Warenhandel und 6,5 Milliarden Euro auf Ausgaben für digitale Dienstleistungen, wie Downloads und Online-Reisebuchungen.

Anteil der Internet-Bestellungen im Versandhandel steigt auf 71 Prozent

Das Internet bringt den Löwenanteil des Warenumsatzes in die Kassen der Versender. Außerdem erweist er sich als beliebtester Bestellweg: Voraussichtlich 71 Prozent aller Versandhandelskunden werden 2010 die gewünschten Waren per Web einkaufen – zehn Prozent mehr als 2009, womit das Internet seinen Vorsprung als meist genutzter Bestellweg zum Telefon (19 Prozent), Brief oder Postkarte (fünf Prozent) sowie E-Mail (drei Prozent) noch einmal eklatant vergrößern würde.

Der BVH erwartet, dass neue Technologien den E-Commerce “beflügeln und damit der Branche weiteres Wachstum sichern”:

•    Mit der Verbreitung von Smartphones wird das mobile Internet zur Alltagsanwendung werden – und damit einhergehend auch der Mobile Commerce.

•    Auch Online-Shopping-Arten, wie Grouponing-Plattformen oder Online-Shopping-Clubs, machen den Einkauf im Web immer beliebter.

•    Social Media-Kanäle werden zudem von ersten Versendern bereits auf ihre Tauglichkeit als Vertriebskanal getestet.

Auch wenn der Einkauf im Internet beeindruckend zulegt, verliert der gedruckte Katalog nicht an Relevanz, beruhigt der Verband sein Pleistozän-Segment: Im Jahr 2010 werden sich hochgerechnet 68 Prozent aller Internet-Kunden vor dem Online-Kauf im Katalog über das Produkt informieren. Eine teure Marketingmaßnahme, die zudem auch überschaubar erfolgreich ist – wenn man bedenkt, dass im aktuellen Neckermann-Katalog 2010 lediglich sechs Prozent aller online verfügbaren Produkte überhaupt Aufnahme in den Katalog gefunden haben.
Super-Produkte: Kleidung, Textikien, Schuhe

Das mit Abstand meiste Geld geben Versandkunden für Bekleidung, Textilien und Schuhe aus. Sollte sich das Einkaufsverhalten im zweiten Halbjahr nicht radikal ändern, wird der Gesamtumsatz über alle Bestellwege in dieser Warengruppe (2009: 13,4 Mrd. Euro) voraussichtlich leicht gegenüber dem Vorjahr zulegen, da die Ausgabebereitschaft der Deutschen für Mode gestiegen ist. Das zeigt sich noch stärker im Internet (Online-Umsatz 2009: 5,2 Milliarden Euro), weshalb der bvh hier mit überdurchschnittlichem Wachstum rechnet.

Auch in der Warengruppe ‘Medien, Bild- und Tonträgern’ liegen die Ausgaben der Verbraucher im ersten Halbjahr 2010 leicht über Vorjahr, weshalb der Gesamtumsatz in dieser Warengruppe (2009: 3,1 Milliarden Euro) voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen wird, so der BVH. Da die Online-Bestellungen bei Büchern besonders stark zunehmen, ist auch für den E-Commerce mit Büchern, CDs und DVDs mit überproportionalem Wachstum zu rechnen (Online-Umsatz 2009: 2,3 Milliarden Euro).

Versender von Unterhaltungselektronik und Elektronikartikeln können sich über einen deutlichen WM-Effekt freuen. Da die Quote der Neuanschaffungen insbesondere bei Fernsehgeräten im ersten Halbjahr 2010 stark gestiegen ist, rechnet der BVH in dieser
Warengruppe mit einem deutlichen Umsatzplus. Der Online-Umsatz mit Unterhaltungselektronik kann voraussichtlich um mehr als 20 Prozent zulegen und erweist sich damit als Wachstumstreiber.

Außerdem bestellen sich immer mehr Menschen Produkte und geben dabei im Schnitt immer mehr Geld aus. 53,4 Millionen (2009: 52,1 Mio.) Versandkunden gibt es aktuell in Deutschland. Pro Kopf der Bevölkerung geben die Menschen dieses Jahr 365 Euro (2009:
354 Euro) und damit durchschnittlich einen Euro pro Tag für Waren im Versandhandel aus.

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Retrospektive: 1974 fiel die Preisbindung bei Markenartikeln

Freitag 30. April 2010 von Sandra Nozar


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Aus heutiger Sicht ist es kaum noch vorstellbar, aber bis Anfang der Siebziger Jahre gab es im Deutschen Einzelhandel verbindliche Festpreise für Markenartikel. Mit ihrem Preisbindungsrecht konnten die großen Markenartikel-Hersteller dem Einzelhändler genau vorschreiben, welche Preise er dem Verbraucher für ihre Markenware abnehmen mußte — auch wenn der Händler zugunsten größeren Umsatzes lieber auf einen Teil seiner Handelsspanne verzichtet hätte.

Erst zu Beginn des Jahres 1974 fiel diese Preisbindung. Wie der Spiegel in seiner Ausgabe Nr. 35/1973 ausführlich berichtete, herrschte damals große Unruhe unter den Herstellern, die nach alternativen Mitteln suchten, die Preise festzuschreiben. “Eine einheitliche Optik der Verkaufspreise halten wir nicht zuletzt im Interesse der Ruhe am Markt für besonders wichtig. Bedienen Sie sich bitte der beigefügten Richtpreislisten,” belehrte damals die Schuhfabrik Dorndorf ihre Geschäftspartner.

Angesichts der vielfältigen Möglichkeiten der Preisgestaltung, die Handelsunternehmen heute nutzen, erscheint das Preisbindungsrecht vergangener Tage regelrecht kurios.  Längst ist es klar erwiesen, das man mit differenzierter Preisgestaltung nicht nur den Umsatz, sondern auch die Erlöse und die Kundenfrequenz steigern kann.

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