Saarland der Ideen?
Mittwoch 28. April 2010 von Joachim Hertel
„Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ betont die Stärken des Standorts Deutschland und spiegelt wesentliche Eigenschaften der Deutschen wider: Einfallsreichtum, schöpferische Leidenschaft und visionäres Denken. Die Entwicklung Deutschlands wurde in der Vergangenheit und wird auch in Zukunft bestimmt von den Ideen der Menschen in diesem Land. Leistungen in Wissenschaft und Wirtschaft, Kunst und Kultur werden im In- und Ausland mit Bezeichnungen wie „Made in Germany“ oder „Land der Dichter und Denker“ verbunden.
„Deutschland – Land der Ideen“ bündelt diese Fülle an positiven Assoziationen mit Deutschland und unterstreicht gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit, Leistungs- und Innovationskraft des Landes. Schirmherr der Initiative ist Bundespräsident Horst Köhler, auf den die Formulierung “Land der Ideen” zurückgeht. „Deutschland – ein Land der Ideen: Das ist nach meiner Vorstellung Neugier und Experimentieren. Das ist in allen Lebensbereichen Mut, Kreativität und Lust auf Neues, ohne Altes auszugrenzen“, so der Bundespräsident.“ Soviel aus dem offiziellen Internet-Auftritt der Initiative.
Von den insgesamt 365 Projekten, die 2010 ausgezeichnet werden, ist das Saarland mit 4 Bildungsangeboten für unterschiedliche Altersgruppen, mit je 2 Angeboten aus der Nanotechnologie, der medizinischen Forschung sowie dem Bereich Künstliche Intelligenz und einem Angebot zur Stromübertragung per Magnetfeld gleich elf Mal dabei.
2009 war das Saarland sechs Mal vertreten. Damit sind wir, gemessen an der Bevölkerung unseres kleinen Bundeslandes, durchaus überproportional vertreten, was zweifellos schon ein schöner Erfolg ist – ein Erfolg, auf dem wir uns aber keinesfalls ausruhen dürfen.
Denn wir könnten einerseits durchaus noch mehr Ideen haben, was uns aber andererseits noch weitaus mehr fehlt, sind die Leute, die solche Ideen auch umsetzen können. In den USA machen sich die besten Absolventen eines Informatik-Studiums selbständig und setzen dann die Ideen um, die sie im Laufe ihres Studiums entwickelt haben; bei uns „verschwinden“ die Jahrgangsbesten in den Forschungs- und Entwicklungslabors der Großkonzerne, wo viele gute Ideen dann verloren gehen. Auch ist bei uns das gesellschaftliche Ansehen eines Unternehmers nach wie vor leider eher negativ belegt.
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