Dacos Retail Intelligence Blog

Hier diskutieren Experten aktuelle Trends zur Optimierung von Sortimenten, Preisen und Promotionen sowie die Zukunft von Retail und Business Intelligence

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Karstadt vorerst gerettet – was wird aus der Idee der Warenhaus AG?

Mittwoch 8. September 2010 von Sandra Nozar

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(c) gillyberlin

Nach dem Verkauf von Karstadt an den Investor Nicolas Berggruen ist die Idee einer Deutschen Warenhaus AG längst nicht gestorben. Denn viele Experten bezweifeln, dass die Karstadt-Häuser unter dem neuen Investor plötzlich florieren werden. Stattdessen sehen sie in einer Fusion mit Kaufhof die einzige Überlebenschance für das gerettete Warenhaus.

Das Handelsblatt erklärt warum:

Viele Experten bezweifeln, dass die Karstadt-Häuser unter dem neuen Investor plötzlich florieren werden. Und dann könnte wieder Metro  mit seinen Kaufhof-Warenhäusern ins Spiel kommen. Die “Deutsche Warenhaus AG” – das seit Jahren immer wieder ins Spiel gebrachte Zusammengehen von Karstadt und Kaufhof – ist durch die Rettung der Essener Warenhausfirma auf Eis gelegt. Tot ist sie nicht.

Denn: Warum für Karstadt nun alles besser werden sollte, ist schwer ersichtlich. Noch immer sei der deutsche Markt für zwei Warenhausketten dieser Größe zu klein, heißt es in Metro-Kreisen. Hinzu kommt, dass Berggruen nur relativ wenig Geld in die Hand nehmen will. Zu wenig, lästern etliche in der Branche und bezweifeln, dass Berggruen die Sanierung im Alleingang gelingt.

So schätzt der ehemalige Karstadt-Geschäftsführer Peter Wolf im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass 400 Mio. Euro in das Geschäft gesteckt werden müssten – und das nur als Anschubfinanzierung. Handelsexperten wie der Kölner Berater Ulrich Eggert sprechen sogar von der doppelten Summe. Schließlich hätten die vergangenen Jahre zu einem gewaltigen Investitionsstau geführt, den es nun zu beseitigen gelte. “Für die 65 Mio. Euro, die Berggruen ins Karstadt-Geschäft investieren will, bekommt er gerade einmal die Wände gestrichen”, lästern Wettbewerber.

Und da kommt wieder die alte Idee von der Deutschen Warenhaus AG aufs Tapet. Verhandlungen gibt es laut Branchenkreisen derzeit zwischen den Konkurrenten noch keine. Berggruen betont denn auch, dass er Karstadt aus eigener Kraft auf Erfolgskurs bringen will. Doch ist im Umfeld von Metro zumindest zu hören, dass sich der Konzern möglichen Gesprächen wohl nicht verweigern würde.

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Image deutscher Handelsketten – Wem vertrauen die Verbraucher?

Dienstag 24. August 2010 von Sandra Nozar

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Lebensmittelskandale, Spitzelaffären, Kartellvorwürfe – der Ruf der großen deutschen Handelsketten hat zuletzt stark gelitten. Nun hat das Kölner Institut für Handelsforschung 470 Verbraucher gefragt, welcher Lebensmittelkette sie noch vertrauen – und wer seinen guten Ruf verspielt hat.

Wie das Handelsblatt berichtet, steht Aldi an erster Stelle. 72% der Befragten gaben an, der größten deutschen Discountkette großes oder sogar sehr großes Vertrauen entgegenzubringen.  Edeka belegt mit 66% den zweiten Rang, gefolgt von seinem großen Wettbewerber Rewe – der Kölner Handelskette sprachen61% der Verbraucher ihr Vertrauen aus.

Hier die komplette Top Ten:

1. Aldi  72%

2. Edeka 66%

3. Rewe 61%

4. Lidl (Schwarz-Gruppe) 59%

5. Kaufland (Schwarz-Gruppe) 56%

6. real (Metro-Gruppe) 55%

7. Netto (Edeka-Gruppe) 46%

8. Plus (Edeka-Gruppe) 44%

9. Penny Markt (Rewe-Gruppe) 42%

10. Kaiser´s / Tengelmann 41%

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Online- und Versandhandel wächst konsequent weiter

Montag 19. Juli 2010 von Sandra Nozar

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  • Umsatz steigt auf 29,9 Mrd. Euro (+2,7 Prozent)
  • Online-Handel mit Waren legt auf 17,8 Mrd. Euro zu (+15 Prozent)
  • Deutsche geben insgesamt 24,3 Mrd. Euro im Internet aus (+12 Prozent)
  • Quelle-Insolvenz bleibt ohne Folgen für die Branche
  • Anteil der Internet-Bestellungen steigt auf 71 Prozent
  • Neue Technologien pushen E-Commerce
  • 68 Prozent der Online-Käufer nutzen weiterhin gedruckte Kataloge
  • Versender von Unterhaltungselektronik profitieren vom WM-Effekt

Die Kaufbereitschaft der Deutschen im Internet ist auch dieses Jahr ungebrochen. Dank starker Zuwächse im E-Commerce können sich die Versand- und Online-Händler weiterhin über steigende Umsätze freuen. Auf Basis der repräsentativen Verbraucherstudie „Distanzhandel in Deutschland 2010“ (TNS Infratest) rechnet der bvh für das laufende Jahr mit einem Gesamtbranchenumsatz von 29,9 Mrd. Euro, was einem Plus von 2,7 Prozent entspricht. Der Prognose nach wächst der Anteil des Versandhandels am Einzelhandel damit auf 7,6 Prozent (2009: 7,4 Prozent). Der Online-Handel mit Waren legt um 15 Prozent auf 17,8 Mrd. Euro (2009: 15,5 Mrd. Euro) zu. Damit erwirtschaftet die Branche inzwischen 59,5 Prozent (2009: 53,3 Prozent) ihres Warenumsatzes im Internet. Ingesamt werden die Deutschen bei konstantem Konsumverhalten in diesem Jahr 24,3 Mrd. Euro (2009: 21,7 Mrd.) und damit 12 Prozent mehr im Internet ausgeben als im Jahr 2009. Davon entfallen 17,8 Mrd. Euro auf den Online-Warenhandel und 6,5 Mrd. Euro (2009: 6,2 Mrd.) auf Ausgaben für digitale Dienstleistungen, wie z.B. Downloads und Online-Reisebuchungen.

„Die Prognose zeigt eindrücklich, dass sich weder die Finanz- und Wirtschaftskrise noch die Insolvenz des Versandhauses Quelle negativ auf die Gesamtbranche ausgewirkt haben“, sagte der im Juni neu gewählte bvh-Präsident Thomas Lipke, Geschäftsführer des Hamburger Multi-Channel-Versenders Globetrotter Ausrüstung, anlässlich der bvh-Jahrespressekonferenz in Hamburg. Außerdem bestellen sich immer mehr Menschen ihre Wunschprodukte bequem nach Hause und geben dabei im Schnitt immer mehr Geld aus. 53,4 Mio. (2009: 52,1 Mio.) Versandkunden gibt es aktuell in Deutschland. Pro Kopf der Bevölkerung geben die Menschen dieses Jahr 365 Euro (2009: 354 Euro) und damit durchschnittlich einen Euro pro Tag für Waren im Versandhandel aus.

Anteil der Internet-Bestellungen steigt auf 71 Prozent

Das Internet bringt nicht nur den Löwenanteil des Warenumsatzes in die Kassen der Versender, sondern erweist sich auch als beliebtester Bestellweg: Voraussichtlich 71 Prozent aller Versandhandelskunden werden 2010 die gewünschten Waren per Web einkaufen – zehn Prozent mehr als 2009, womit das Internet seinen Vorsprung als meist genutzter Bestellweg zum Telefon (19 Prozent), Brief oder Postkarte (5 Prozent) sowie E-Mail (3 Prozent) noch einmal eklatant vergrößern würde. „Der Siegeszug des Online-Handels ist ungebrochen“, sagte Thomas Lipke.

Neue Technologien pushen E-Commerce

Der bvh erwartet, dass innovative Technologien den E-Commerce weiter beflügeln werden und damit der Branche weiteres Wachstum sichern. Mit der rasanten Verbreitung von Smartphones wird das mobile Internet zur Alltagsanwendung werden – und damit einhergehend auch der Mobile Commerce. Auch neuartige Shopping-Arten im Internet, wie etwa Grouponing-Plattformen oder Online-Shopping-Clubs, machen den Einkauf im Web immer beliebter. Social Media-Kanäle, wie Facebook, StudiVZ oder Twitter, werden von innovativen Versendern bereits auf ihre Tauglichkeit als Vertriebskanal getestet.

68 Prozent der Online-Käufer nutzen weiterhin gedruckte Kataloge

Auch wenn der Einkauf im Internet beeindruckend zulegt, verliert der gedruckte Katalog nicht an Relevanz: Im Jahr 2010 werden sich hochgerechnet 68 Prozent (2009: 67 Prozent) aller Internet-Kunden vor dem Online-Kauf im Katalog über das Produkt informieren. „Schmökern im Katalog, Shoppen im Web, lautet die Devise vieler Online-Kunden“, so Thomas Lipke. Der Katalog bleibt weiterhin wichtiger Anstoßgeber für den Kauf im Internet.

Versender von Unterhaltungselektronik profitieren von WM-Effekt

Das mit Abstand meiste Geld geben Versandkunden für Bekleidung, Textilien und Schuhe aus. Sollte sich das Einkaufsverhalten im zweiten Halbjahr nicht radikal ändern, wird der Gesamtumsatz über alle Bestellwege in dieser Warengruppe (2009: 13,4 Mrd. Euro) voraussichtlich leicht gegenüber dem Vorjahr zulegen, da die Ausgabebereitschaft der Deutschen für Mode gestiegen ist. Das zeigt sich noch stärker im Internet (Online-Umsatz 2009: 5,2 Mrd. Euro), weshalb der bvh hier mit überdurchschnittlichem Wachstum rechnet.

Auch in der Warengruppe „Medien, Bild- und Tonträgern“ liegen die Ausgaben der Verbraucher im ersten Halbjahr 2010 leicht über Vorjahr, weshalb der Gesamtumsatz in dieser Warengruppe (2009: 3,1 Mrd. Euro) voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen wird. Da die Online-Bestellungen bei Büchern besonders stark zunehmen, ist auch für den E-Commerce mit Büchern, CDs und DVDs mit überproportionalem Wachstum zu rechnen (Online-Umsatz 2009: 2,3 Mrd. Euro).

Versender von „Unterhaltungselektronik und Elektronikartikeln“ können sich über einen deutlichen WM-Effekt freuen. Da die Quote der Neuanschaffungen insbesondere bei Fernsehgeräten im ersten Halbjahr 2010 stark gestiegen ist, rechnet der bvh in dieser Warengruppe mit einem deutlichen Umsatzplus (Gesamtumsatz 2009: 1,8 Mrd. Euro). Der Online-Umsatz mit Unterhaltungselektronik (2009: 1,4 Mrd. Euro) kann voraussichtlich um mehr als 20 Prozent zulegen und erweist sich damit als Wachstumstreiber.

Zur Studie:

Die Untersuchung „Distanzhandel in Deutschland“ wird in diesem Jahr zum fünften Mal vom Bielefelder Forschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh) durchgeführt. Dafür werden rund 30.000 Privatpersonen aus Deutschland über 14 Jahren von Januar bis Dezember 2010 zu ihrem Ausgabeverhalten im Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen (z.B. im Bereich Downloads oder Ticketing) befragt. Das Endergebnis der Studie wird Anfang 2011 nach Abschluss der Umfrage veröffentlicht. Das heute vorgelegte Zwischenergebnis basiert auf der Auswertung des ersten Halbjahres 2010 und steht im Pressebereich des bvh zum Download bereit: www.versandhandel.org

Über den bvh:

Dank E-Commerce und Internet ist der Versandhandel so vital wie nie. Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) ist die Branchenvereinigung der Versand- und Online-Händler. Derzeit sind über 300 Unternehmen im Verband organisiert, die ihre Waren per Katalog, Internet oder TV anbieten. Darunter sind Versender mit gemeinsamem Katalog- und Internet-Angebot, reine Internet-Händler, TV-Versender, Apothekenversender und Ebay-Powerseller. Die Versand-handelsbranche erwirtschaftet jährlich rund 30 Mrd. Euro Umsatz im Privatkundengeschäft. Der Online-Handel mit Waren hat daran einen Anteil von knapp 60 Prozent.

Quelle: bvh

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GFK & SAP Studie zur Preisoptimierung: Dacos warnt vor Kundenverlust

Freitag 16. Juli 2010 von Sandra Nozar

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Die Studie von GfK und SAP kommt zu dem Schluß,  dass der Lebensmitteleinzelhandel wesentlich größeren Spielraum für Preiserhöhungen hat als bislang angenommen. Dies muss man jedoch differenzierter betrachten und darf es nicht als Freibrief für schnelle Preissteigerungen verstehen. Man kann Händler nur eindringlich davor warnen, diese Spielräume unbedacht auszunutzen: Bislang ist noch immer nicht klar, in welchen Segmenten Kunden Preiserhöhungen akzeptieren. Höhere Preise in den falschen Warengruppen können zu massivem Imageverlust führen. Eine kundenfreundliche Preisoptimierungsstrategie, ermittelt von einer intelligenten, individuellen und intuitiven IT-Lösung, bietet Sicherheit für Handelsmanager und Preisstrategen. Denn nicht der Preis, sondern der Kunde muss für ein Handelsunternehmen im Mittelpunkt stehen – letzten Endes stimmt der Ertrag langfristig nur, wenn die Kunden wieder kommen.

Der Preiskampf war 2009 eines der bestimmenden Themen im Lebensmitteleinzelhandel. Discounter und Vollsortimenter unterboten sich regelmäßig bei Preisen zahlreicher Artikel. In der Studie der GfK wurde jedoch deutlich, dass das Bild vom Preiskampf in Deutschland gar nicht stimmt: von 275 untersuchten Warengruppen wurden 113 verbilligt, bei 161 jedoch stieg der Preis und nur eine blieb auf ihrem Niveau.

Bei genauer Betrachtung wird die Philosophie hinter den Preissteigerungen erkennbar: Bei Artikeln, die seltener gekauft werden, bemerkt der Verbraucher Preiserhöhungen in der Regel nicht so schnell, wie bei Artikeln, die er regelmäßig in den Einkaufswagen legt, so denkt der Einzelhandel. Vor der einfachen Umsetzung muss gewarnt werden: Es gibt keine repräsentative Studie oder verlässliche Daten darüber, in welchen Produktkategorien genau der Verbraucher Preiserhöhungen toleriert und wo er sie nicht bemerkt. Preiserhöhungen waren und bleiben immer ein Risiko für den Händler. Und eine Strategie, die nur die Preise der Konkurrenz in den Fokus nimmt und den Kunden sowie dessen Bedürfnisse und Verhaltensweisen ausblendet, ist langfristig zum Scheitern verurteilt.

Software für harmonische Preispolitik
Sicherheit erhält das Handelsunternehmen durch intelligente Preisoptimierungs-Software, die die Preisstrategie unterstützt und weitere Faktoren wie Promotionen und Kundenverhalten mit berücksichtigt. Derart flankiert hat die Preisstrategie erst Aussicht auf langfristigen Erfolg: Preiserhöhungen und -senkungen werden in Balance gehalten und das gute Image des Händlers bleibt so unbeschadet. Der große Vorteil von Preisoptimierungs-Software ist eine harmonische Preispolitik sowie die Steigerung von Ertrag, Umsatz und Kundenfrequenz – und das auch im Dauerpreisbereich außerhalb von aufmerksamkeitsstarken Promotionen.

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Retrospektive: 1974 fiel die Preisbindung bei Markenartikeln

Freitag 30. April 2010 von Sandra Nozar

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Aus heutiger Sicht ist es kaum noch vorstellbar, aber bis Anfang der Siebziger Jahre gab es im Deutschen Einzelhandel verbindliche Festpreise für Markenartikel. Mit ihrem Preisbindungsrecht konnten die großen Markenartikel-Hersteller dem Einzelhändler genau vorschreiben, welche Preise er dem Verbraucher für ihre Markenware abnehmen mußte — auch wenn der Händler zugunsten größeren Umsatzes lieber auf einen Teil seiner Handelsspanne verzichtet hätte.

Erst zu Beginn des Jahres 1974 fiel diese Preisbindung. Wie der Spiegel in seiner Ausgabe Nr. 35/1973 ausführlich berichtete, herrschte damals große Unruhe unter den Herstellern, die nach alternativen Mitteln suchten, die Preise festzuschreiben. “Eine einheitliche Optik der Verkaufspreise halten wir nicht zuletzt im Interesse der Ruhe am Markt für besonders wichtig. Bedienen Sie sich bitte der beigefügten Richtpreislisten,” belehrte damals die Schuhfabrik Dorndorf ihre Geschäftspartner.

Angesichts der vielfältigen Möglichkeiten der Preisgestaltung, die Handelsunternehmen heute nutzen, erscheint das Preisbindungsrecht vergangener Tage regelrecht kurios.  Längst ist es klar erwiesen, das man mit differenzierter Preisgestaltung nicht nur den Umsatz, sondern auch die Erlöse und die Kundenfrequenz steigern kann.

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